Klinik der Maximalversorgung

Die Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Plastische Chirurgie der Georg-August-Universität Göttingen erfüllt alle Anforderungen der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie für die Maximalversorgung Unfallverletzter aller Schweregrade. Sie ist von den Berufsgenossenschaften zur Behandlung aller, auch schwerster Arbeitsunfälle zugelassen (SAV). Diese stationäre Behandlung erfolgt nach den strengen Standards des berufsgenossenschaftlichen Heilverfahrens der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). 

Überregionales Traumazentrum im Traumanetzwerk Göttingen-Kassel

Rund um die Uhr stehen Ärzte aller Fachrichtungen für die Unfallbehandlung zur Stelle. Im Schockraum der chirurgischen Notaufnahme werden schwerstverletzte Patienten unter der Leitung der Unfallchirurgie in einem interdisziplinären Team behandelt. Dabei kommt es neben der raschen und vollständigen Diagnostik der Unfallfolgen vor allem auf die Stabilisierung der Vitalparameter und die möglichst schnelle Einleitung therapeutischer Schritte wie Notfalloperationen an. Über 800 Patienten werden auf diese Weise im Schockraum der chirurgischen Notaufnahme aufgenommen. Als eines der beiden überregionalen Traumazentren im Traumanetzwerk Göttingen-Kassel werden uns rund 200 schwerstverletzte Patienten aus den umliegenden Krankenhäusern jährlich zuverlegt. Sowohl unsere Klinik ist als überregionales Traumazentrum durch die Firma DIOcert GmbH nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) zertifziert, als auch das Traumanetzwerk Göttingen-Kassel mit seinen 24 teilnehmenden Traumazentren. 

Behandlung von Arbeitsunfällen

Die ambulante & stationäre Behandlung aller Arbeitsunfälle erfolgt nach den strengen Standards des berufsgenossenschaftlichen Heilverfahrens der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV).

Es gibt die folgenden speziellen Sprechstunden für Arbeitsunfälle:

  • Durchgangsarzt Sprechstunde rund um die Uhr - auch an Sonn- und Feiertagen
  • Spezialsprechstunde für BG-Patienten (Mo - Mi - Fr)
  • Reha-Management Sprechstunde zusammen mit der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (Mo)

Behandlungsmethoden

Die meisten Behandlungen unserer Klinik betreffen Einzelverletzungen und Verletzungsfolgen von der Hand über das Knie oder die Schulter bis zur Wirbelsäule, die eine spezielle operative Behandlung erfordern. Bei diesen Verletzungen sind die Erfahrungen aus der Behandlung Schwerst- und Mehrfachverletzter Patienten (Polytrauma) von großem Nutzen.

Ein Teil der Eingriffe kann auch als ambulante Operation durchgeführt werden. Dabei stehen bei Bedarf alle Resourcen eines großen Zentrums bereit.

Viele Verletzungen können auch ohne Operation erfolgreich behandelt werden. Hierzu gehören die Wundbehandlung mit bioaktiven Verbänden sowie die moderne Stützverbandstechnik mit leichten Kunststoffmaterialien, die heute den schweren alten "Gips" ersetzen.

Spezialitäten

Wir kümmern uns speziell um akute Verletzungen und deren Folgen:

  • Brüche von Knochen und Gelenken
  • Wirbelsäulenverletzungen
  • Beckenbrüche
  • Knie- und Schulterverletzungen
  • Sportverletzungen
  • Verletzungen bei Kindern
  • Handverletzungen und Handchirurgie
  • Fußverletzungen

Weitere Schwerpunkte sind die Wiederherstellende Chirurgie nach Verletzungen mit komplizierten Heilungsverläufen oder Spätschäden sowie die Plastische Chirurgie:

  • verzögert oder fehlheilende Knochenbrüche
  • Knochen- und Gelenkinfektionen
  • Arthrose der Gelenke
  • Gelenkersatz (Endoprothetik)
  • Wundheilung und Defektdeckung
  • Plastische Chirurgie
  • Lymphchirurgie

Facharztweiterbildung

Die Klinik stellt sich besonders der Aufgabe, junge Ärztinnen und Ärzte zu Fachärzten weiterzubilden und sie für leitende Positionen zu qualifizieren. Die Abteilung hat die folgenden Weiterbildungsermächtigungen:

- Orthopädie und Unfallchirurgie im Gebiet Chirurgie - 6 Jahre
(Kooperation mit Abt. Anästhesiologie und Abt. Orthopädie)
- Spezielle Unfallchirurgie - 3 Jahre
- Handchirurgie - 3 Jahre

Studentische Lehre

Die moderne Unfallchirurgie steht auch im Mittelpunkt unserer Lehre, die schon im 2. klinischen Semester beginnt. Das neue modulare Göttinger Lehrkonzept basiert auf den Prinzipien des Problem-orientierten Lernens (POL). In kleinen Gruppen werden die Studierenden so früh wie möglich an klinische Probleme und die operative Therapie herangeführt. So können die oft komplexen Bezüge von Unfallverletzungen wesentlich besser als früher vermittelt werden.

Forschung

Wir forschen in Labor und Klinik. Besondere Schwerpunkte unserer wissenschaftlichen Forschung und Kooperationen sind:

  • Optimierung der Heilung von Knochenbrüchen
  • Osteoporose im Hinblick auf Prophylaxe und Frakturheilung
  • Tissue engineering von Knorpel- und Knochenzellen
  • Kniebänder und Meniskus-Ersatz
  • Knochen- und Knorpelzüchtung aus körpereigenen adulten Stammzellen
  • Steuerung der Einheilung moderner Knochen- und Gelenkersatz-Materialien
  • Entwicklung von Gelenkprothesen
  • Klinische Evaluation unserer Therapieverfahren